Montag, 9. April 2007

Forever Young (im Räucherstäbchen-Remix)

Ich bin nicht geizig, was meine Lebenszeit angeht. Zeitverschwendung ist eines jener Konzepte der Übereifrigen, das mir gemeinhin fremd ist. Jene 96 Minuten Lebenszeit, die ich für Darren Aronofsky's neuen Film THE FOUNTAIN aufgebracht hab, hätt' ich dann allerdings doch gern wieder zurück (am besten zusammen mit dem völlig überteuerten Eintrittsgeld von 8,50).
Während REQUIEM FOR A DREAM auf qualitativ höchstem Niveau unerträglich war, erwies sich die jüngste Vision von Darling Darren einfach nur als unerträglich. Tatsächlich kann jedes Element, das für gewöhnlich als Beurteilungsraster cinematographischer Fiktion herangezogen wird, mit "nicht genügend" beurteilt werden. Oder viel mehr mit "mehr als ausreichend". Alles an THE FOUNTAIN war zu viel: das Thema (Jugend & Ewiges Leben), die Story (Rachel Weisz stirbt an Krebs, X-Men Hugh Jackman muss sie retten. Und das gleich in 3 verschiedenen Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden), Kamera & CGI (Sternennebel, Lebensbäume, Mayaschlösser), der Score (never stopped), das Schauspiel (overdone). Mag sein, dass Mr. Aronofsky mit Rachel Weisz die Liebe seines Lebens gefunden hat. Schön für ihn. Warum er uns deshalb mit dieser überfrachteten, bedeutungsschwangeren Eso-Version von LOVE STORY bestraft, bleibt unklar!

3 Kommentare:

meerkat hat gesagt…

ui... gott sei dank! ich hab schon gedacht, dass ich mir den anschaun muss.
dann geh ich jetzt mal lieber wieder nach Insekten buddeln.
Love and kisses. st.

meerkat hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Liebsohn hat gesagt…

auch ich bin nicht gerade geizig was die nutzung meiner lebenszeit angeht, obwohl zeitvergeudung angesichts meines lebensalters kein gültiges konzept für mich sein sollte. wenn es aber um kinematographische produkte geht, die ich in den letzen jahren konsumiert habe (bzw konsumieren mußte), so muß ich mir eingestehen, daß ich nur wenige davon auch genossen habe. insofern reut mich der zeitverlust - abgesehen von den finanziellen einbußen, den eingeschlafenen füßen und schwielen am hintern - nun doch nicht wenig. was tun? mich auf die suche nach der verlorenen zeit begeben? etwa bei marcel proust in 10 bis 12 bänden? nein und abermals nein! dann lieber tischtennis!!
liebsohn tate